{"id":552,"date":"2017-09-17T14:30:17","date_gmt":"2017-08-05T11:36:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.performancechronikbasel.ch\/v1\/von-der-verengung-der-pupille-beim-eintritt-in-die-vergangenheit-rene-schmalz-2\/"},"modified":"2017-11-02T16:43:55","modified_gmt":"2017-11-02T15:43:55","slug":"bewegte-koerper-raum-zeit-christina-thurner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/performancechronikbasel.ch\/v1_2603\/bewegte-koerper-raum-zeit-christina-thurner\/","title":{"rendered":"Bewegte K\u00f6rper-Raum-Zeit \/ Christina Thurner"},"content":{"rendered":"","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":33,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-552","post","type-post","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-texte"],"grid":"{\"colCount\":\"12\",\"colGutter\":2,\"rowGutters\":[20],\"rowAttrs\":[null],\"frameMargin\":5,\"topFrameMargin\":130,\"bottomFrameMargin\":5,\"bgColor\":null,\"cont\":[{\"type\":\"text\",\"cont\":\"<h1 class=\\\"_Titel_1\\\">Bewegte K\\u00f6rper-Raum-Zeit \\\/ Christina Thurner<\\\/h1>\",\"align\":\"middle\",\"row\":0,\"col\":3,\"colspan\":6,\"offsetx\":0,\"offsety\":0,\"spaceabove\":0,\"spacebelow\":0,\"yvel\":0,\"push\":3},{\"type\":\"text\",\"cont\":\"<h1 class=\\\"_Titel_3_2\\\" style=\\\"text-align: right;\\\"><a href=\\\"https:\\\/\\\/performancechronikbasel.ch\\\/v1_2603\\\/v1_2603\\\/v1_2603\\\/texte\\\/\\\">\\u25c4<\\\/a><\\\/h1>\",\"align\":\"top\",\"row\":0,\"col\":10,\"colspan\":2,\"offsetx\":0,\"offsety\":0,\"spaceabove\":0,\"spacebelow\":0,\"yvel\":0,\"push\":1},{\"type\":\"text\",\"cont\":\"<h1 class=\\\"_Titel_1_2\\\">Tanzszene und Performancekunst in der Schweiz<\\\/h1><p>(Der Text entstand 2003\\\/2004; Erstpublikation 2004)<br \\\/><br \\\/>Tanz ist eine performative Kunst, das heisst, er setzt den menschlichen K\\u00f6rper als wichtigstes Ausdrucksmittel ein und vollzieht sich in Jetztzeit vor leibhaftig an wesendem Publikum. Aber: Ist eine Tanzauff\\u00fchrung deshalb gleich eine Perfor mance? Das h\\u00e4ngt davon ab, welche Definition man beizieht. Fragt man in der Schweizer Tanzszene nach, was unter Performance zu verstehen sei, erh\\u00e4lt man unterschiedliche Antworten. Doch wie sollen sich die Praktiker\\\/innen bez\\u00fcglich\\u00a0Definitionen einig sein, \\u00fcber die die Theorie noch immer streitet? So bietet sich denn auch dem, der etwa die sommerlichen Performancen\\u00e4chte \\u201eStromereien\\u201c in Z\\u00fcrich besucht, eine bunte Szenerie performativer Ausdrucksformen. Der Anlass, mitorganisiert vom Z\\u00fcrcher Tanzhaus Wasserwerk, liess in den letzten Jahren auch K\\u00fcnstler\\\/innen, die sich sonst Tanzschaffende, T\\u00e4nzer\\\/innen oder Choreo graf\\\/innen nennen, auf \\u00f6ffentlichem Raum unter freiem Himmel die Performance kunst erproben.<\\\/p><p>Die Grenze zwischen Performance- und Tanzkunst wird dabei immer fliessender, die Unterscheidung schwieriger. Wo h\\u00f6rt der Tanz auf, wo f\\u00e4ngt die Performance an \\u2013 und umgekehrt? Kann und soll man die beiden \\u00fcberhaupt trennen? Auch hin sichtlich dieser Fragen ist man in der Tanzszene verschiedener Ansicht. Der Westschweizer Choreograf und Performancek\\u00fcnstler Yann Marussich beispiels weise will aus seiner Arbeit \\u201eAutoportrait dans une fourmili\\u00e8re\\u201c von 2003, den Tanz nicht etwa verbannt wissen, obwohl sein K\\u00f6rper sich dabei nicht bewegt, wie tot erscheint und nur Ameisen \\u00fcber ihn krabbeln. Im Programm des Freibur ger Festivals Belluard Bollwerk International 2003 war die Arbeit als Performan ce aufgef\\u00fchrt, Marussich selber spricht von einer \\u201einstallation corporelle\\u201c. Auf die Frage, wo denn da der Tanz sei, meint Marussich: \\u201eLa danse, ce sont les fourmis qui feront la chor\\u00e9graphie, qui sera totalement organique et organis\\u00e9e.\\u201c<\\\/p><p>Wenn schon die Ameisen tanzen und choreografieren, wer performt denn nun was? Laut einer Einf\\u00fchrung des Performancetheoretikers Richard Schechner hat heutzutage, was in der Kunst Performance genannt wird, Myriaden von Formen.<br \\\/>Zur\\u00fcckgef\\u00fchrt wird dies auf die Interdisziplinarit\\u00e4t dieser Gattung, die sich Anre gungen aus Tanz, Malerei, Plastik, Theater, Musik, Dichtung, Film und Video sowie aus dem allt\\u00e4glichen Leben hole. Der Theaterwissenschaftler Joachim Fie bach schreibt in einem W\\u00f6rterbuchartikel, \\u201ePerformance\\u201c-Kunst werde \\u201eals Ge schehnis (Happening), als T\\u00e4tigkeit (Aktionskunst)\\u201c auf- und vorgef\\u00fchrt. Als \\u201eli felike art\\u201c wird die Performance auch in anderen Definitionen bezeichnet. Sie\\u00a0lasse die Grenzen zwischen Kunst und Leben verschwimmen und beziehe ihr Ma terial und ihre Themen aus dem Alltag. Sie meide ausserdem die B\\u00fchne, suche sich statt ihrer andere Orte und schaffe das Publikum ab, indem sie alle Anwesen den zu Beteiligten mache. Man habe sich dem spontanen, variablen Ablauf und der \\u201eEchtzeit\\u201c verschrieben, und \\u201eliveness\\u201c, die Pr\\u00e4senz des K\\u00f6rpers, trete an die Stelle der Verk\\u00f6rperung.<\\\/p><p>Bez\\u00fcglich dieser Merkmale unterscheiden sich Performances grunds\\u00e4tzlich von choreografierten Tanzvorstellungen, die auf festgelegten, oft stilisierten Tanz techniken basieren, in einem Theatersaal vor Zuschauenden stattfinden und deren<br \\\/>Form sowie zeitlicher Ablauf vorbestimmt und genau geregelt ist. Andererseits wiederum l\\u00e4sst sich so manche t\\u00e4nzerisch-k\\u00fcnstlerische Produktion nicht (mehr) unter diesem Begriff von Tanz subsumieren. Die avantgardistische und die expe rimentelle Tanzkunst haben ihre eigenen Grundlagen l\\u00e4ngst hinterfragt und alte Rahmensetzungen aufgesprengt. Auf derartige t\\u00e4nzerische Reflexionen beruft sich denn auch die Performancetheorie. So macht der amerikanische Wissenschaftler Marvin Carlson Einfl\\u00fcsse der fr\\u00fchen modernen Tanzszene des fin de si\\u00e8cle und des beginnenden 20. Jahrhunderts, etwa um Isadora Duncan, Lo\\u00efe Fuller oder \\u00c9mile Jaques-Dalcroze, auf die Performer geltend. Besonders das New Yorker Kollektiv Judson Dance Theatre wird dann als eigentliche treibende Kraft einer sich konstituierenden Performanceszene genannt. In den 1960er Jahren hatten junge T\\u00e4nzer\\\/innen und Choreograf\\\/innen wie Lucinda Childs, Yvonne Rainer, Steve Paxton, David Gordon, Trisha Brown und Twyla Tharp in Zusammenarbeit mit bildenden K\\u00fcnstler\\\/innen und Musiker\\\/innen neue, radikale Ausdrucksformen erprobt, die sp\\u00e4ter Postmodern Dance genannte wurden. Sie experimentierten mit nicht-t\\u00e4nzerischen, allt\\u00e4glichen K\\u00f6rper\\u00e4usserungen. Sie improvisierten, konzent rierten sich auf minimalistische Formen und dekonstruierten dabei die herk\\u00f6mm lichen \\u00e4sthetischen Maximen des B\\u00fchnentanzes. K\\u00f6rpertechnische Virtuosit\\u00e4t lehnten sie ab, dem Kunst-Werk setzten sie das Kunst-Ereignis entgegen. Begin nend in einer Kirche, der Judson Church, weitete die Gruppe ihre Aktionen bald auf andere Orte aus, auf Galerien, Lofts und \\u00f6ffentliche Pl\\u00e4tze.<\\\/p><p>Die bahnbrechenden Neuerungen der New Yorker Performanceszene schwappten in den sp\\u00e4ten 1970er und in den 80er Jahren just auch auf die Schweiz \\u00fcber. Jean Christophe Ammann, der von 1978-1988 die Kunsthalle Basel leitete, war faszi niert von diesem revolution\\u00e4ren Kunstverst\\u00e4ndnis und \\u00f6ffnete das Museum auch f\\u00fcr die (Tanz-)Performance. Einige der sp\\u00e4ter so ber\\u00fchmt gewordenen K\\u00fcnst ler\\\/innen aus New York, Lucinda Childs, Trisha Brown und andere, kamen nach Basel, performten, und stiessen auf reges Interesse. In einem Atelier eines Basler Hinterhofs entdeckte Ammann die T\\u00e4nzerin Christine Brodbeck und lud sie eben falls ein, in der Kunsthalle aufzutreten. \\u201eDas war ein grosser Erfolg\\u201c, erinnert sich die Schweizer Tanzperformance-Pionierin, \\u00fcber 300 Leute seien gekommen. Es bildete sich eine sehr aktive Basler (Tanz-)Performance-Szene, zu der etwa auch Anna Winteler und sp\\u00e4ter Franz Frautschi geh\\u00f6rten und die in internationalem Austausch stand. Auch auf andere Schweizer St\\u00e4dte griff dieser Aufbruch \\u00fcber und beeinflusste junge T\\u00e4nzer\\\/innen. In Genf etablierte sich No\\u00ebmi Lapzeson als Performerin. Aus New York kommend hat sie sich 1980 in der Westschweiz niedergelassen. In Bern wirkte bereits das Performance-Kollektiv Studio am Montag, sp\\u00e4ter STOP.P.T, zum dem neben Mitgliedern anderer k\\u00fcnstlerischer Herkunft auch die T\\u00e4nzerin Eva Fuhrer geh\\u00f6rte.<\\\/p><p>Eine wichtige Institution f\\u00fcr die Performancekunst in der Schweiz wurde das See feld-Tanzprojekt (STP), 1983 in Z\\u00fcrich von Stacy Wirth und Esther Maria H\\u00e4us ler gegr\\u00fcndet. Es sollte ein experimenteller Raum sein, ein Labor f\\u00fcr eine neu<br \\\/>verstandene Tanzkunst, die vom Ausdruckstanz ebenso inspiriert war wie von der New Yorker Performanceszene oder von Entwicklungen der Body Art in der bil denden Kunst. Seit ihren Anf\\u00e4ngen hat die internationale Performance stets auch einen politischen und emanzipatorischen Anspruch verfolgt, der vor allem Frauen den \\u00dcbertritt vom ausf\\u00fchrenden Instrument des Choreografen zum souver\\u00e4nen K\\u00fcnstlertum erm\\u00f6glichte. Das STP blieb bis zu seiner Aufl\\u00f6sung ein reines Frau enkollektiv. Neben Wirth und H\\u00e4usler wurde es bis in die 1990er Jahre von Esther Fuchs, Karin Haas, Monica Klingler, Nelly B\\u00fctikofer, Eve Bhend, Salome Schneebeli, Gabi Glinz und Ursi Wirth gepr\\u00e4gt.<\\\/p><p>Die Er\\u00f6ffnung des Tanzhauses Wasserwerk 1996 bedeutete eine Marginalisierung des Seefeld-Tanzprojektes. Der experimentelle Ansatz der Performerinnen und die Anspr\\u00fcche an ein Haus der Tanzszene liessen sich offenbar nicht verbinden, und die Stadt investierte bald nur mehr ins Tanzhaus. Eve Bhend versuchte zwar\\u00a0noch eine Weile zu vermitteln. In ihrer Zeit als Leiterin des Tanzhauses Wasser werk hat sie die Performanceveranstaltung \\u201eBr\\u00fcckenprojekt\\u201c ins Leben gerufen, die mittlerweile \\u201eStromereien\\\/PerformanceN\\u00e4chte Z\\u00fcrich\\u201c heisst und alle zwei\\u00a0Jahre stattfindet. Dieses Projekt ist heute einer der wenigen noch verbliebenen institutionalisierten Performancekunst-Anl\\u00e4sse, die eng mit dem Tanz assoziiert sind. Neben ganz jungen Performer\\\/innen treten da denn auch solche auf, die die\\u00a0Bl\\u00fctezeit der Schweizer Tanz-Performance miterlebt und -gepr\\u00e4gt haben, bei spielsweise Yvonne Meier, Dorothea Rust oder Anne Rosset.<\\\/p><p>Viele Pionier\\\/innen der Schweizer Tanz-Performance sind jedoch inzwischen we gen Subventionsk\\u00fcrzungen oder Umorientierungen ihrer Experimentierst\\u00e4tten andere Wege gegangen. Einige sind in die bildende oder in die Medienkunst \\u201eab gewandert\\u201c. Das ist kein Zufall, hatte doch die Performanceszene auch in der Schweiz seit Beginn eine grosse Affinit\\u00e4t zu diesen Disziplinen und ihren Orten. Andere, wie Peter Schelling und B\\u00e9atrice Jaccard aus Z\\u00fcrich oder Gilles Jobin aus Lausanne, haben sich (wieder) mehr in die Theaterh\\u00e4user begeben und von der Performance- zur choreografischen Tanzkunst gewechselt. Die experimentelle Suche ist allerdings als Spurenelement in ihre Bewegungssprache, in ihr K\\u00f6rper-, Raum- und Zeitverst\\u00e4ndnis eingegangen und hat mit ihnen mittlerweile den Weg sogar auf Stadttheaterb\\u00fchnen, etwa in Luzern oder Genf, gefunden. Auf Elemente der Performancekunst greifen auch Solistinnen wie Estelle H\\u00e9ritier\\u00a0oder Cindy van Acker zur\\u00fcck, wenn sie in ihren Choreografien mit minimalisti schen Bewegungen oder mit Langsamkeit experimentieren. Daneben praktiziert bis heute eine Reihe von Tanzk\\u00fcnstler\\\/innen weiterhin jene Form von Performan ce, die \\u00fcber die t\\u00e4nzerische Bewegung andere Orte als den Theaterraum erkundet. In Z\\u00fcrich verwandelte etwa Kyle Bukhari 2002 die Shedhalle in eine \\u201eSpace Cube High Power Line\\u201c und zeigte eine k\\u00f6rperlich bewegte Installation. Meg Stuart machte mit \\u201eHighway 101\\u201c 2001 auch in den Korridoren des Z\\u00fcrcher Schiffbaus Station. Die Freiburger Gruppe Da Motus! performte j\\u00fcngst im Strassenverkehr. In Basel arbeitet Silvia Buol situativ auf \\u00f6ffentlichen Pl\\u00e4tzen, in Museen, Rohbau ten oder Kirchen. Im Unterschied etwa zu anderen site-spezifisch choreografie renden K\\u00fcnstler\\\/innen wie Anna Huber oder Anna B\\u00fcrgi reagiert Buol aus dem Moment heraus auf den jeweiligen Raum. Dadurch sind ihre Aktionen jedoch nicht mehrmals oder andernorts auff\\u00fchrbar.<\\\/p><p>In der von der bildenden Kunst gepr\\u00e4gten und auch \\u00fcber die Kunsthochschulen avancierten Schweizer Performance-Szene hat sich das Interesse inzwischen von der K\\u00f6rper-Reflexion hin zu anderen Medien verlagert. Oder aber Bewegung wird als etwas verstanden, das sich mehr im K\\u00f6rper abspielt und nicht an seiner Ober fl\\u00e4che. So zeigen Performance-Institutionen wie etwa das perforum.ch in Pf\\u00e4ffi kon oder das Festival Bone in Bern heute zwar vereinzelt Tanz-Performances, diese bilden aber \\u2013 im Unterschied noch zu den 1990er Jahren \\u2013 keinen Schwer punkt mehr. Dagegen tauchen Performer\\\/innen, die vom Tanz her kommen, im Programm in terdisziplin\\u00e4rer Festivals wie dem Belluard Bollwerk International in Freiburg, bei La B\\u00e2tie in Genf oder dem Theaterspektakel in Z\\u00fcrich noch immer \\u2013 oder auch wieder \\u2013 auf. Allerdings bleibt da der direkte Zusammenhang mit der Tanzkunst oft verborgen. Offenbar hat inzwischen erneut ein Umdenken in Bezug auf den K\\u00f6rper, die Bewegung und deren Wahrnehmung stattgefunden. In Anlehnung an internationale Live Art oder Live Culture Str\\u00f6mungen in Grossbritannien, Bel gien, Frankreich oder Deutschland geht es nicht mehr vorwiegend darum, die Grenzen der Kunst aufzubrechen \\u2013 jene sind l\\u00e4ngst durchl\\u00e4ssig. Vielmehr ist ein Ziel der Performance heute, im Medienzeitalter, Erfahrungen des Physischen, des\\u201eRealen\\u201c zu vermitteln. So legt sich eben der Genfer Yann Marussich stundenlang reglos in einen Schau kasten mit Ameisen, um physisch die Verg\\u00e4nglichkeit oder die Grenze zwischen Leben und Tod auszustellen. Bereits in seinem St\\u00fcck \\u201eBleu provisoire\\u201c von 2001 hat er mit Stillstellung experimentiert. Die einzige Bewegung des (T\\u00e4nzer )K\\u00f6rpers r\\u00fchrt von der Atmung her, vom weiter ablaufenden Innenleben eines lebendigen Leibes, der nur an der Oberfl\\u00e4che zur Plastik erstarrt ist. Mit dieser Arbeit hat Marussich auf das Reale des K\\u00f6rpers hingewiesen, das sich gerade in der h\\u00f6chsten Artifizierung wieder deutlich hervorhebt. Auch die Z\\u00fcrcherin Alexandra Bachzetsis ist eine Vertreterin einer neuen Perfor mer-Generation, die zwar vom Tanz her kommt, dies jedoch nicht (mehr) zeigt. Vor ihrem Auftritt am Theaterspektakel 2003 in der Roten Fabrik erkl\\u00e4rte die T\\u00e4nzerin, die inzwischen in Belgien eine Performance-Ausbildung absolviert hat, zu ihrem St\\u00fcck \\u201eIt\\u2019s a kind of magic\\u201c: \\u201eEs ist Performance, nicht Choreografie, nicht Theater\\u201c. Zusammen mit einer Fotografin und einer Grafikdesignerin bildet Bachzetsis das Kollektiv Karen Eliot und demonstriert Performance buchst\\u00e4blich als Experiment, das sich vor den Augen der Zuschauenden vollzieht. Es geht um die Frage nach Wirklichkeit und Irrealit\\u00e4t, dazwischen liegt die Irritation.\\u201eWo bleibt da der Tanz?\\u201c, fragten sich einige im Publikum. Performance ist eben Performance und nicht Tanz, auch wenn die Fragen und Konzepte ebenfalls und noch immer um den (bewegten) K\\u00f6rper kreisen.<\\\/p><p>Christina Thurner<\\\/p><p>\\u00a0<\\\/p><h1 class=\\\"_Titel_1_2\\\">Literaturverzeichnis<\\\/h1><p>Ammann, Jean-Christophe u.a. (Hg.): K\\u00fcnstler aus Basel. Miriam Cahn [\\u2026],<br \\\/>Christine Brodbeck, Anna Winteler [\\u2026]. Kunsthalle Basel 18. Januar bis 22. Feb ruar 1981. Basel 1981.<br \\\/>Brandstetter, Gabriele: Tanz-Lekt\\u00fcren. K\\u00f6rperbilder und Raumfiguren der Avant garde. Frankfurt a. M. 1995.<br \\\/>Carlson, Marvin: Performance. A critical introduction. London, New York 1996, reprint. 1998.<br \\\/>Fiebach, Joachim. Performance. In: Barck, Karlheinz (Hg.): \\u00c4sthetische Grund begriffe. Historisches W\\u00f6rterbuch in 7 B\\u00e4nden. Stuttgart 2002. Bd. 4. S. 740-758.<br \\\/>Fischer-Lichte, Erika: \\u00c4sthetische Erfahrung. Das Semiotische und das Performa tive. T\\u00fcbingen, Basel 2001.<br \\\/>Fischer-Lichte, Erika: Auf dem Weg zu einer performativen Kultur. In: Paragrana.<br \\\/>Internationale Zeitschrift f\\u00fcr Historische Anthropologie. Bd. 7, Heft 1\\\/1998. S. 13-29.<br \\\/>Huschka, Sabine: Moderner Tanz. Konzepte \\u2013 Stile \\u2013 Utopien. Reinbek bei Ham burg 2002.<br \\\/>Jappe, Elisabeth: Performance \\u2013 Ritual \\u2013 Prozess. Handbuch der Aktionskunst in Europa. M\\u00fcnchen, New York 1993.<br \\\/>Kedves, Alexandra: Alexandra Bachzetsis und das Kollektiv Karen Elliott. In:<br \\\/>Neue Z\\u00fcrcher Zeitung, 14.8.2003. S. 46.<br \\\/>Keidan, Lois; Brine, Daniel: Fluid Landscapes. In: Live Culture. Hrsg. v. Keidan,<br \\\/>Lois u.a.. London 2003. S. 4-9.<br \\\/>Lehmann, Hans-Thies: Postdramatisches Theater. Frankfurt a. M. 1999.<br \\\/>Schechner, Richard: Performance Studies. An introduction. London, New York 2002.<br \\\/>Wirz, Heinz (Hg.): Raum Zeit Tanz \\u2013 Silvia Buol. Performances 1997-2002. Luzern 2002.<\\\/p>\",\"align\":\"bottom\",\"row\":1,\"col\":3,\"colspan\":6,\"offsetx\":0,\"offsety\":0,\"spaceabove\":0,\"spacebelow\":0,\"yvel\":0,\"push\":3}],\"leftFrameMargin\":5,\"rightFrameMargin\":5}","phonegrid":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/performancechronikbasel.ch\/v1_2603\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/552","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/performancechronikbasel.ch\/v1_2603\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/performancechronikbasel.ch\/v1_2603\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/performancechronikbasel.ch\/v1_2603\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/performancechronikbasel.ch\/v1_2603\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=552"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/performancechronikbasel.ch\/v1_2603\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/552\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/performancechronikbasel.ch\/v1_2603\/wp-json\/wp\/v2\/media\/33"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/performancechronikbasel.ch\/v1_2603\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=552"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/performancechronikbasel.ch\/v1_2603\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=552"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/performancechronikbasel.ch\/v1_2603\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=552"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}