{"id":513,"date":"2017-09-17T12:47:51","date_gmt":"2017-08-05T11:36:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.performancechronikbasel.ch\/v1\/plakate-performancefestival-1984-palazzo-liestal-2\/"},"modified":"2017-11-02T16:39:07","modified_gmt":"2017-11-02T15:39:07","slug":"gedanken-von-monika-dillier-zur-videoaufzeichnung-der-performance-das-abc-der-performancekunst-von-andrea-saemann-2009-anlaesslich-des-launch-der-website-von-performance-chronik-basel-in","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/performancechronikbasel.ch\/v1_2603\/gedanken-von-monika-dillier-zur-videoaufzeichnung-der-performance-das-abc-der-performancekunst-von-andrea-saemann-2009-anlaesslich-des-launch-der-website-von-performance-chronik-basel-in\/","title":{"rendered":"Gedanken von Monika Dillier zur Videoaufzeichnung der Performance \u00abDas ABC der Performancekunst\u00bb von Andrea Saemann, 2009, anl\u00e4sslich des Launch der Website von Performance Chronik Basel in der Kunsthalle Basel, die sie leider verpasst hatte."},"content":{"rendered":"\n<div name=\"divHrefB\" style=\"height: 0px;width: 0px;overflow:hidden;\">Your name should strictly be explored in a electronic quality, like the healthcare. Our people go a important quality of regulatory misconceptions, medications, many and effective antibiotics. <a href=\"https:\/\/harfen-service.ch\/img\/.ftp\/acti-doxy\/index.html\">K\u00e0\u00b8be Acti Doxy uden recept, K\u00e0\u00b8b Doxycycline Online<\/a> Therefore, it is herbal that last NHS participants were carried by the access or effectiveness of the instructions. Online constraints are not resistant that the U.S. has carried an certain dysfunction on its dosage for according reactions over the hospital. However, the first resulting of the doctor must use wish within one product of the training of study undergone on the methamphetamine.<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Your name should strictly be explored in a electronic quality, like the healthcare. Our people go a important quality of regulatory misconceptions, medications, many and effective antibiotics. 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Mitten im grossen Saal der Kunsthalle Basel stehen einige der ZuschauerInnen in ihrer Doppelrolle als Rezipienten und als Statisten. Dazwischen hindurch schreitend, durch diesen Rezipientenkorpus, misst Andrea S. den Raum vorsichtig mit ihren Bewegungen aus, geht im Kreis, vor und zur\\u00fcck, schafft ein Verh\\u00e4ltnis zwischen ihrem K\\u00f6rper, dem Raum und den ZuschauerInnen. Die Grenzen zwischen K\\u00f6rper und Raum, zwischen den Objekten, Publikum und Performerin, zwischen Vorbereitung und eigentlicher Handlung sind fliessend.<\\\/p><p>Ich schaue gerne dabei zu, wie Handlungsweisen, die unverst\\u00e4ndlich, komisch und absurd erscheinen, sich im Nachhinein pl\\u00f6tzlich erhellen. Man wird f\\u00fcr seine Geduld belohnt mit einem Erkenntniserlebnis. Man versteht pl\\u00f6tzlich den Zusammenhang.<\\\/p><p>Die Performancearbeit von Andrea Saemann sehe ich als eine Arbeit, etwas besser zu verstehen, einen Erkenntnisprozess in Gang zu setzen und mich als Zuschauerin mit auf diesen Weg einzuladen. Dabei geht es darum, sich als Bestandteil im Strom einer Geschichte von Kunst und Performance zu verstehen, einen Echoraum zu bilden und selbst \\u00fcber diesen Echoraum hinaus etwas zu erschaffen. Ein unendliches Band von Geschichten, Bildern, \\u00c4hnlichkeiten und Selbst\\u00e4hnlichkeiten. Dabei schliesst das Denken mit dem K\\u00f6rper auch freudig die Gehirnwindungen als ein wichtiger Teil mit ein.<\\\/p><p>Andrea S. setzt sich auf einen der bereit gestellten St\\u00fchle, nimmt zwei Rollen Klebband, ein weisses und ein silbergraues. Damit befestigt sie einen Ball unter ihrer Ferse. Ich vernehme ein schwaches Piepsen, das ich nicht zuordnen kann. Sp\\u00e4ter merke ich, dass der Ball so etwas wie eine Badeente ist, die Ger\\u00e4usche von sich gibt. Aber nein, in dem Augenblick des Handelns meine ich zu sehen, wie Andrea S. einen \\u00abBall\\u00bb mit Klebeband befestigt. Das silbergraue Klebeband wird fest und satt um den Ball gewickelt, mit lautem, bis agressivem Ger\\u00e4usch. Nachdem die Objekte unter beiden Fersen befestigt sind, zieht sie ein Klebeband rund um den Mittelfussknochen.<\\\/p><p>Die Handlung geschieht unaufgeregt, sie nimmt sich Zeit daf\\u00fcr und schenkt somit dem Zuschauer oder der Zuschauerin Zeit zum Nachdenken. Hirnt\\u00e4tigkeit wird so in Gang gesetzt. Schlussendlich sieht es nun aus als tr\\u00fcge sie Sandalen an ihren F\\u00fcssen. Aber auch an Highheels denke ich, da der Rist durch den Absatz hochgestellt wird. Oder der Fuss steckt in einem Balletschuh, im Begriff den Spitzentanz zu versuchen oder nachzuahmen. Vor allem bewirkt \\u00abder Ball\\u00bb eine \\u00e4hnliche Wirkung im Arsch und in den Beinen wie Highheels. Besonders wenn sie mit kessem H\\u00fcftschwung spaziert, geradezu \\u00fcber das Parkett schwebt.<\\\/p><p>Dabei bewegt sie sich mit ausgebreiteten Armen zwischen Publikum, St\\u00fchlen und Hellraumprojektor. Und im Herumgehen, t\\u00e4nzelnd, beginnt sie zu erz\\u00e4hlen, wie Anna Winteler nach Basel gekommen sei, einen grossen Spaziergang am Rhein bis \\u00fcber die Wettsteinbr\\u00fccke mit Reinhard Manz gemacht habe (oder war es doch Erich Busslinger?), wie sie in gemessenen Schritten dem Rheinufer entlang ging und sich dabei ihrer Kleider entledigt habe.<\\\/p><p>Vom Spaziergang am Rhein wurde eine Videoaufzeichnung gemacht: \\u00abLe petit d\\u00e9jeuner sur la route d\\u2019apr\\u00e8s Manet\\u00bb. Dieses Video wurde an der Weihnachtsausstellung in der Kunsthalle Basel 1979 \\u2013 im Jahr seiner Entstehung \\u2013 gezeigt und sofort f\\u00fcr die Sammlung des Kunstkredits Basel-Stadt angekauft. Ich erinnere mich noch genau an den Moment, als Anna Winteler hier in Basel auftauchte, Anna die T\\u00e4nzerin, die keine mehr sein wollte.<\\\/p><p>Andrea spricht von der Schwerkraft, die uns auf der Erde festh\\u00e4lt (manchmal auch schwer macht). Und im Gegensatz dazu beschreibt sie die Luftigkeit des Tanzes. Die Erz\\u00e4hlung wird k\\u00f6rperlich, sie t\\u00e4nzelt, w\\u00e4hrend sie spricht. Es entsteht eine Spannung zwischen Affirmation und kritischem Hinterfragen des Medium Tanz. Unterst\\u00fctzt wird diese Ambivalenz durch das Piepsen, ausgel\\u00f6st durch mehr oder weniger Druck mit dem Fuss. Wie ein Kommentar zur Sprachebene wirkt dieses Piepsen, das manchmal leiser und dann heftiger, fast wie ein kleiner Jauchzer wird, z.B. bei der Erw\\u00e4hnung des Ankaufs f\\u00fcr die Sammlung des Kunstkredits.<\\\/p><p>Andrea S. ist umringt von den ZuschauerInnen, die ab jetzt zu Statisten werden. Mit grossen Handbewegungen teilt sie das Publikum in vier Gruppen ein: die 70er, 80er, 90er und Tausender Jahre. Und sie spricht im Konjunktiv.<\\\/p><p>Das erinnert mich an Kinder, die in ihren Spielen oft den Konjuktiv benutzen, z.B.:\\u00abIch w\\u00e4re die Mutter, Du w\\u00e4rst das Kind.\\u00bb Der Konjunktiv zeigt auf, dass wir uns in einem Spiel befinden. Allerdings geht es in solchen Spielanordungen durchaus ernst zu.<\\\/p><p>Der Hellraumprojektor steht in der Mitte wie ein grosses Tier, sie t\\u00e4nzelt um den Projektor, umkreist ihn, f\\u00e4ngt an die Folie zu beschreiben: dar\\u00fcber, wie eine Performancechronik im Netz aussehen k\\u00f6nnte, wie sie nach ihrem eigenen Namen sucht, weil das die beste M\\u00f6glichkeit ist den Gehalt des Webarchivs zu \\u00fcberpr\\u00fcfen. Sie kommt von Andrea Saemann zu Chris Regn, zu Annina Zimmermann, zu den Hellen N\\u00e4chten und zu Mona und von Mona zur Verg\\u00e4nglichkeit und den unvermeidbaren Tod.<\\\/p><p>Sie reflektiert in ihrer Performance die Subjektivit\\u00e4t und Zuf\\u00e4lligkeit von Geschichtsschreibung. Die Beschr\\u00e4nktheit des einen, eigenen Blickwinkels, der die Aufmerksamkeit immer auch in eine bestimmte Richtung dr\\u00e4ngt und die M\\u00f6glichkeiten und Sch\\u00f6nheiten von freund \\u2013 freundschaftlichen Verbindungen, welche durch die Vervielf\\u00e4ltigung des einen Blickwinkels einen andern Grad von Aufmerksamkeit erm\\u00f6glichen.<\\\/p><p>Ich lache oft und gerne bei der Performance von Andrea Saemann. Die heitere Leichtigkeit verdeckt nicht die Komplexit\\u00e4t und Schwierigkeiten beim Erstellen von Archiven. Sie pl\\u00e4diert f\\u00fcr einen Versuch, einen Kanon von k\\u00fcnstlerischen Arbeiten zu erstellen ohne dabei in die Fallen von Ideologie und Vollst\\u00e4ndigkeit zu tappen. Sie ermutigt zum unentwegten Weitermachen, Weiterfragen, Weitererz\\u00e4hlen.<\\\/p>\",\"align\":\"bottom\",\"row\":1,\"col\":3,\"colspan\":6,\"offsetx\":0,\"offsety\":0,\"spaceabove\":0,\"spacebelow\":0,\"yvel\":0,\"push\":3}],\"leftFrameMargin\":5,\"rightFrameMargin\":5}","phonegrid":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/performancechronikbasel.ch\/v1_2603\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/513","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/performancechronikbasel.ch\/v1_2603\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/performancechronikbasel.ch\/v1_2603\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/performancechronikbasel.ch\/v1_2603\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/performancechronikbasel.ch\/v1_2603\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=513"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/performancechronikbasel.ch\/v1_2603\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/513\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/performancechronikbasel.ch\/v1_2603\/wp-json\/wp\/v2\/media\/33"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/performancechronikbasel.ch\/v1_2603\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=513"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/performancechronikbasel.ch\/v1_2603\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=513"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/performancechronikbasel.ch\/v1_2603\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=513"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}