Performance Index startete als Initiative 1995 mit dem Ziel, ein internationales Performance-Festival in Basel zu realisieren. Der bewusst in Anlehnung an den Börsenstand gewählte Titel zeigt: es ging uns um die Befragung eines Zustandes. Eine Gruppe von Basler KünstlerInnen, KunsthistorikerInnen und Kunstinteressierte begannen konzentrisch aus ihrem jeweiligen Umfeld heraus die damalige Performance-Szene zu durchleuchten. Diese Recherche führte zu einem Archiv und einem Netzwerk, das weit über das vorgesehene Festival hinausführte.
Natürlich konnten wir uns bei dieser Arbeit auch auf eine engagierte Unterstützung der verschiedenen ProtagonistInnen der schweizerischen und internationalen Szene abstützen. Es zeigte sich, dass ein grosses Bedürfnis darin bestand, eine Brücke zu schlagen zwischen den immer noch aktiven KünstlerInnen der Generation der späten 70er Jahren, u.a. Boris Nieslony, Norbert Klassen, Ruedi Schill, Roman Signer, Tony Morgan und den jungen KünstlerInnen, wie Joko, Fabrice Gigy, Vidya Gastaldon, Serge Comte, die neue Formen erprobten.
Das Performance-Index Festival im damals noch „rohen“ Werkraum Warteck war zu unserem Erstaunen sehr erfolgreich. Es traf offenbar ein Bedürfnis nach einer so ausgerichteten Befragung.
In der Folge realisierten wir eine gleichnamige Publikation mit 60 Dokumentationsblättern, die wir dann 1997 um weitere 36 Beiträge erweiterten. Es ging uns dabei keineswegs um „Vollständigkeit“, viel mehr war das Ziel Einsicht zu gewinnen in die vielschichtigen Ansätze und die neuen Entwicklungen von Performance Art. Dieses Archiv wurde später als Internetseite publiziert.
Im Jahre 1999 organisierte die nun erweiterte Gruppe ein weiteres internationales Festival in Basel. Diesmal versuchten wir eine etwas dichtere Programmstruktur zu gestalten. Als Austragungsort wählten wir das Architekturmuseum – damals im Domusbau – und das Unternehmen Mitte. Die unterschiedlichen Gebäude waren Programm. Dem 5 Etagen hohen transparenten Architekturmuseum mit seiner klaren und zugleich offenen Raumstruktur stand das Unternehmen Mitte mit seiner als griechisches Theater angelegten ehemaligen Bank-Schalterhalle gegenüber. Die zum Festival eingeladenen KünstlerInnen reagierten denn auch sehr spezifisch auf die Situation. Am Festival waren unter anderen zu sehen: Seiji Shimoda, Nao Bustamante, Yan Duyvendak Hayley Newman Cristoph Rütimann, Roi Vaara, Ma Liu Ming.
Performance Index engagiert sich seither in verschiedenen Archiv- und Forschungsprojekten in der Schweiz.
Performance Index: Linda Cassens, Sabine Gebhardt, Hedy Graber, Pascale Grau, Heinrich Lüber, Martina Siegwolf und andere mehr.
Heinrich Lüber, Okt. 2008