Archiv Performativ: Zur Tradierung von Performancekunst
Das Forschungsprojekt archiv performativ: Ein Modell-Konzept zur Dokumentation und Aktualisierung von Performancekunst war konzipiert als anwendungsorientierte Grundlagenforschung. In der Forschungsphase 1 befragten wir Institutionen und Akteure im Feld der Performancekunst, recherchierten in Sammlungen und Archiven und führten Interviews mit Sammlern/innen und Nutzenden von Performancedokumenten. Im Zentrum der qualitativen Evaluation standen die verschiedenen Dokumentationsmaterialien und -medien, die wir als Artefakte bezeichnen. Die Erkenntnisse dieser Forschungsphase flossen ein in die Konzeption des praxisgeleiteten Ausstellungs- und Vermittlungsprojekts archiv performativ: ein Modell im Ausstellungsaum Klingental in Basel. Dort arbeiteten und experimentierten in Forschungsphase 2 einen Monat lang vier Forschungsteams – bestehend aus Künstler/innen, Vermittler/innen und Wissenschaftler/ innen – mit den bereitgestellten Artefakten und mit spezifischen Fragestellungen zur Dokumentation und Weiterschreibung von Performancekunst. Im Rahmen der Tagung Recollecting the Act. Zur Tradierung von Performancekunst in der Kaserne Basel setzten wir die Ergebnisse aus dem Modellarchiv mit vergleichbaren (inter-)nationalen Forschungsprojekten in Beziehung. Alle während des Modellarchivs und an der Tagung aufgeführten Performances wurden von den Projektmitarbeitenden dokumentiert. Aus diesen Materialien wählten wir sechs Performances als Fallbeispiele aus und analysierten die medienspezifischen Tradierungseigenschaften bestimmter Artefakte (Forschungsphase 3). Diese und alle anderen Ergebnisse sind auf der Projektwebsite dokumentiert.1
1 Die gesamte Auswertung des Forschungsprojekts ist auf der Projektwebsite unter http://www.zhdk.ch/?archivperformativ einsehbar.